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für Große Sachbuch

Die geheimnisvolle Welt der Meere

Eine Reise in die Welt der Tiefe

{Werbung / Rezension} 

Die Ozeane dieser Erde faszinieren und überraschen mit geheimnisvollen Unterwasserwelten, die man nur erahnen kann. Denn obwohl etwa 70% der Erde mit Wasser bedeckt sind, haben nur wenige Menschen diesen Kosmos mit eigenen Augen gesehen.

Auch mich fasziniert diese Welt und das wunderschöne Cover dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Die kleine Meeresschildkröte machte mich richtig neugierig und die Tatsache , dass dieses Buch von dem Meeresbiologen und Naturschützer Robert Hofrichter  geschrieben wurde versprach viel fundiertes Wissen. 
Bei dem Versprechen ist es nicht geblieben, dieses kleine Werk war gut zu lesen und auch für mich, als absoluter Laie auf dem Gebiet, war es verständlich und auch informativ.  Die spannenden Geschichten über freundliche Haie, schlecht gelaunte Delfine und andere Kreaturen fand ich äußerst unterhaltsam.

Besonders begeistert war ich natürlich, als ich die kleine grüne Meeresschildkröte vom Cover wiederentdeckte. Mit ihr hängt ein ungelöstes Rätsel im Atlantik, auf einer der abgelegensten Inseln der Welt, zusammen. Dieses und weitere verblüffende Abenteuer hält dieses Buch bereit und bringt überraschende Einblicke in die faszinierende Unterwasserwelt. Seien es die beeindruckenden Fakten übere Delfine, eine Tauchreise in die Wunderwelt der Korallenriffe oder Neptuns furchteinflößendste Kreaturen, in diesem lernt man viel dazu.

Natürlich geht es auch darum, wie wir Menschen systematisch den Lebensraum Ozean zerstören. 

„Dem Meer sind wir völlig egal, doch das Meer kann uns nicht egal sein.“

Mit diesem einprägenden Satz beginnt dieses Kapitel. Schon nach den ersten Zeilen wurde ich in Staunen versetzt, denn der Autor verweist auf das Buch *2052* von Jorgen Randers. Darin gibt es 20 persönliche Ratschläge für ein besseres und nachhaltigeres Leben und schnell erfasst man, dass die unberührte Natur immer seltener wird und auch die Unterwasserwelt vor einigen Jahren noch eine ganz andere war als die, die wir heute vorfinden.  Doch der Ozean wird sich irgendwann wieder erholen und uns Menschen überleben. Es ist noch nicht zu spät umzudenken und mit diesem Buch will der Autor seine Leser motivieren, mehr für seinen Schutz zu tun. 

Zusätzlich findet man einige sehr schöne Fotografien verschiedenster Meeresbewohner,  diese peppen die Sachinhalte wunderbar auf. Ich werde dieses Buch sicher noch öfter zur Hand nehmen und immer mal wieder darin zu lesen.

Kurzum, ich habe mich sehr darauf gefreut mal wieder in die Meereswelt abzutauchen, meine Sehnsüchte wurden gestillt und meine Erwartungen an dieses Buch nicht enttäuscht. Ich kann es jedem empfehlen, der das Meer liebt und mehr über diese wunderbare, geheimnisvolle Welt erfahren möchte.

„Dem Ozean verdanken wir alles. Tun Sie mehr, als Sie müssen, so vermeiden sie später ein schlechtes Gewissen!“

Dieses tolle Buch bekommt

5 Sterne

Herzlichen Dank an den Penguin Verlag für das schöne Rezensionsexemplar.

Buchdetails:
Autor: Robert Hofrichter
Herausgeber: Penguin Verlag
Seitenzahl: 240 Seiten
Preis: Taschenbuch 10,00€
gebundenes Buch:ca.18,00€

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für Große Sachbuch

Abschied von Hermine

{Rezension}

Dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Der Titel, das Cover, die Neugier darauf, was die süße Hamsterdame Hermine mit dem Tod zu tun hat.

Auf den ersten Blick, war mir gar nicht so klar, dass es sich um ein Sachbuch handelt, das Cover assoziierte ich eher mit einem Roman, aber es geht um ein besonderes Thema. Dieses Buch handelt vom Leben und vom Sterben. Seien es der Wunsch nach einem langen Leben, der Sterbevorgang, die Trauer und Verarbeitung des Todes, alle diese Punkte finden in diesem Buch ihren Platz.

Es sind schwierige Themen, sie regen zum Nachdenken an und dennoch macht dieses Buch nicht nur traurig. Nein, es weckt verschiedene Gefühle, man darf Schmunzeln und auch mal lachen, aber auch ein paar Tränen verlieren. Als Tierfreundin und Hamsterbesitzerin ist mir der Tod der kleinen Hamsterdame Hermine nahe gegangen. Aber Jasmin Schreiber hat die biologischen Prozesse des Sterbens bei Mensch, Tier und Pflanzen so fantastisch erklärt und gezeigt, dass sie den Leser auch bei wissenschaftlichen Themen gut unterhält. Dabei ist sie in der Sprache verständlich und informiert mit spannenden Fakten und eigenen Erfahrungen.

Die kleine Hermine, die in diesem Buch weiterleben darf, die Erkenntnisse der Biologie und ein Touch Humor nehmen ein wenig die Angst vor dem Tod.

Ich fühlte mich als Leser mitgenommen und einbezogen und immer wieder aufgefordert meine Sicht auf manche Themen zu überdenken. Die kleinen Illustrationen zwischendrin gefielen mir auch sehr gut.

Was für ein schönes Buch. Es hat mich beeindruckt und die Vielseitigkeit hat mir sehr gefallen. Besonders schön fand ich, dass in diesem Buch auch Mitgefühl steckt und die Autorin nie den Respekt verliert.

Jasmin Schreiber ist Biologin und Autorin. Sie hat bereits einen Roman veröffentlicht und unterhält in ihrem Podcast regelmäßig über biologische Themen.

Solltest du dich für das Thema interessieren und dich für Biologie begeistern, wirst du von diesem Buch sicher nicht enttäuscht sein. Und wenn du dann auch noch ein großes Herz für kleine Hamsterdamen hast, solltest du dieses Buch unbedingt lesen.

Dieses besondere Buch bekommt von mir

5 Sterne

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

Buchdetails:
Autorin: Jasmin Schreiber
Illustrationen:
Herausgeber: Goldmann
Seitenzahl: 288 Seiten
Preis: 16,00

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für Große Sachbuch

Die Wiederkommer

(Rezension)

Hallo ihr Lieben! Heute möchte ich euch dieses wunderbare Buch aus dem KJM-Buchverlag vorstellen.

KLAPPENTEXT Es sind Wiederkommer und Zugereiste. Sie kommen auf eigenen Beinen und Schwingen. Oder werden gebracht, ausgewildert, freigelassen. Unsere Big Five: Das Pinselohr. Der mit dem schlechten Image. Der mit dem perfekten Fell. Der Klügste von allen. Und der mit dem Kandidatenstatus. Luchs, Wolf, Biber, Rabe und Bär. Charismatische, wunderbare Tiere. Sie haben bei uns so etwas wie ein Comeback. Aber auch Neuerscheinungen sind gekommen: Waschbär, Goldschakal. Marderhund, Mink und Nutria. Haben sie ein Bleiberecht?

Das Cover sprach mich sofort an, denn ich finde Wölfe faszinierend und die Fragestellung, ob die Natur gegen das Artensterben rebelliert, weckte sofort meine Neugier. Bereits im Vorwort hat mich der Autor überzeugt, dieses Buch zu lesen und mich bestätigt, sich immer wieder aufs Neue in die Gefühlswelt der Tiere, hier der Wiederkommer, hineinzuversetzen. In diesem Büchlein richtet er sein Augenmerk auf Luchs, Wolf, Bär, Biber und Rabe und beschreibt in seinen Erzählungen wie diese und auch andere Tiere ihren Platz in der Natur suchen und wiederfinden.

VORWORT
„Wer ist genehm oder gar willkommen, wer ist zu dulden, wer nicht? Der Wolf kann bleiben, wenn er Schafe verschont. Der Luchs kann bleiben, wenn er des Jägers Rehe nicht beunruhigt. Der Biber kann bleiben, wenn er keinen Wasserschaden anrichtet. Der Bär, wenn er keine Bienenkästen flachklopft. Der Rabe kann bleiben, sofern er sich von Singvogelnestern fernhält. Und so weiter.“

Sie kommen wieder, manche freuen sich, andere verteufeln sie. Oder sie freuen sich nur solange sie selbst keine Einbußen in ihrem Leben machen müssen. Bei manchem schlägt die Ablehnung sogar in Hass um und plötzlich sollen sich die Tiere dem Menschen anpassen.

Der Autor Claus – Peter Lieckfeld hat sich in seinen Geschichten in die Wiederkommer hineinversetzt und nimmt den Leser mit auf eine eindrucksvolle Reise. Fast ist es so, als würde man im Körper des jeweiligen Tieres stecken und das Erleben und Fühlen für einen kleinen Zeitraum in sich tragen. So wird man konfrontiert mit dem, was diese Tiere tagtäglich erleben, wie sich vor Tatsachen und Probleme gestellt werden, die wir Menschen verursacht haben. Diese Gefühle sind zum Teil sehr bewegend und regen zum Nachdenken an, denn man kann die Intentionen nachempfinden und versteht die Daseinsberechtigung dieser Lebewesen. Das alles schafft er, ohne sich mit erhobenem Zeigefinger als Moralapostel aufzuspielen, sondern erklärt sachlich den Nutzen der einzelnen Tiere und die Probleme, die sich zwischen Mensch und Tier ergeben. Sichtbar wird schnell, wie egoistisch der Mensch sich als Übermacht aufspielt, ohne die Rechte und Bedürfnisse unserer Mitbewohner auf dieser Erde zu achten. Aber dies ist sicherlich jedem klar, auch wenn wir es zwischenzeitlich allzu gerne verdrängen, um unsere eigenen Befindlichkeiten zu rechtfertigen.

Auch die Sichtweisen der Jäger, Schäfer, Hundebesitzer, Tierschützer und Experten bekommen einen Platz in diesem Büchlein. So kann der Leser die Argumente gegeneinander abwägen und sich seine eigene Meinung bilden.

Aufgelockert werden die einzelnen Kapitel durch schöne Illustrationen von Lena Winkel.
Da ich selbst immer zuerst Position für die Wiederkommer einnehme, hat mich dieses Buch sehr begeistert und darin bestätigt, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, sich mit den Wiederkommern zu arrangieren und Lösungen zu finden.
Auch die kleinen Einblicke in das Leben des Autors und seine Liebe zu Tieren fand ich sehr interessant. Das Buch endet mit kleinen Steckbriefen der Big Five und einer kleinen Erzählung

FAZIT:
Eine wahrlich gelungene Mischung aus Sachbuch und Novelle, Absolut lesens- und empfehlenswert. Dieses Büchlein schafft Verständnis für die Tiere und deshalb finde ich es sehr wertvoll und einzigartig.

Deshalb gebe ich diesem Büchlein von Herzen

5 Sterne

Herzlichen Dank an den KJM-Buchverlag für dieses wundervolle Rezensionsexemplar.

Buchdetails:
Autor: Claus-Peter Lieckfeld
Illustrationen: Lena Winkel
Herausgeber: KJM-Buchverlag
Seiten: 144
Preis:16,00

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für Große Roman

Der erste letzte Tag

Kein Thriller

{Rezension}

Wie würdest du deinen letzten Tag verbringen?

Auf diesen Roman von Sebastian Fitzek war ich mehr als gespannt. Ich liebe Thriller und Sebastian Fitzek gehört daher ohne Frage zu meinen Lieblingsautoren. Aber würde er es schaffen, mich für einen zeitgenössischen Roman zu begeistern ? Ja, das hat er! Die Thematik und der flüssige Schreibstil haben es mir leicht gemacht, Fitzek hat mich mit Leichtigkeit mit auf die Reise seiner Protagonisten genommen, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht.

Lea und Livius, zwei Menschen die dich zufällig begegnen und völlig unterschiedliche Leben führen, begeben sich gemeinsam auf eine Reise. Eine Reise quer durch Deutschland, eine Reise zu sich selbst, eine Reise an ihrem ersten letzten gemeinsamen Tag und zu ihren Träumen. Ihr Abenteuer ist nicht immer ganz legal, ihre Wünsche und Überzeugungen sicher nicht für jeden nachvollziehbar, aber genau das macht sie aus und Fitzek schafft interessante Charaktere.

Meine Meinung:

Das Buch konnte mich ab der ersten Seite überzeugen und begeistern. Die Figuren trafen voll und ganz meinen Geschmack und sowohl Livius als auch Lena hatten meine Sympathie. Ich konnte mich mit beiden sehr gut identifizieren, schon auf den ersten Seiten musste ich lachen und konnte wunderbar in die Geschichte eintauchen.

Fitzek bedient Klischees, die durch seinen flüssigen Schreibstil zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Die Dialoge sind aus dem Leben gegriffen und die kleinen Katastrophen des Lebens finden ihren Platz. Den wahren Hintergrund von Leas Reise erfährt man erst am Schluss und so schaffte es der Autor nach und nach Spannung aufzubauen.

Fazit:

Auch wenn es diesmal kein Thriller ist, das Buch hat mir richtig gut gefallen. Es hat Tiefang, Situationskomik und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Für mich ein rundum gelungener Roman und auf jeden Fall lesenswert. Jetzt bleibt nur noch eine letzte Frage:

Wie würdest du deinen letzten Tag verbringen?

Kein Thriller und trotzdem

5 Sterne

Buchdetails:
Autor: Sebastian Fitzek
Herausgeber: Droemer HC
Seitenzahl:272 Seiten
Preis: 16,00

Herzlichen Dank an den Droemer-Kaur-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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für Große Thriller

Wassertöchter

{Rezension} Der Thriller „Wassertöchter“ ist der dritte Band der Emma Carow Reihe. Obwohl ich die ersten beiden Teile nicht gelesen habe, war es schnell möglich sich in die Handlung einzufinden. Bei Emma Carow, die als Fallanalytikerin beim LKA Berlin arbeitet, handelt es sich um eine traumatisierte Ermittlerin, die selbst Opfer einer brutalen Vergewaltigung wurde und nun gegen das Böse kämpft, indem sie Täterverhalten analysiert und Persönlichkeitsprofile erstellt. Dies scheint einerseits nachvollziehbar, ich halte es jedoch für fraglich, dass eine derart traumatisierte Person wie Emma Carow, ausgerechnet in diesem Bereich tätig ist.

„Ich bin das Messer, du bist das Fleisch“ , dieser Satz ihres Peinigers hat sich in ihrem Kopf festgesetzt und ein neuer Fall erinnert an ihre grausame Geschichte. Ist es wieder Uwe Marquard? Der Mann der sie selbst gefangen gehalten und missbraucht hat? Er hat seine Strafe abgesessen und ist wieder frei, hat sogar ein Buch über seine Tat geschrieben und daraufhin einige Fans. Oder ist es doch nur ein Nachahmer? Marquard hat ein Alibi und auch Emmas Kollegen wirken auf sie ein, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Doch weitere grausame Leichenfunde festigen Emmas Vermutung, dass genau dieser perverse Typ weiter seinen bestialischen Neigungen nachgeht. Und genau dieser angeblich resozialisierte Typ wird plötzlich als Berater bei der Polizei eingesetzt, genau in der Dienststelle, in der sein einstiges Opfer als Polizistin arbeitet. Während ich von Anfang an den Drang hatte weiterzulesen, war ich hier an einem Punkt angelangt, an dem ich das Buch abbrechen wollte. Die Vorstellung war mir zu weltfremd, zu much, viel zu weit hergeholt und unrealistisch. Ebenso die Situation, als ich Emma Carow mitten in der Nacht vom Pathologen auf einem Seziertisch untersuchen lässt, um die drei Schnitte, die ihr bei ihrer Vergewaltigung zugefügt wurden mit anderen Taten zu vergleichen. Da Marquard seinerzeit verurteilt wurde nehme ich an, dass Verletzungen auch da schon untersucht und dokumentiert wurden. Also, wozu diese Szene? Für mich etwas verworren und nicht nachvollziehbar.

Dennoch konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, die Spannung war so gut aufgebaut und steigerte sich immer weiter zum Ende hin, so dass ich die für mich unrealistischen Szenen gerne in Kauf nahm. Die Idee des Thrillers, die perfiden Gedanken des Täters, die außergewöhnlichen Taten und übergreifenden Handlungen der beteiligten Personen wirken faszinierend und mitreißend.

Vieles spielt sich im Wasser ab. Die Wasserwege in und um Berlin, sehr gut recherchiert, interessant und neu.

Ein tolles Buch. Unerwartet. Spannend. Anders.

Meine Wertung

4 Sterne

Buchdetails: 
Autor: Ule Hansen
Herausgeber: Heyne
Seitenzahl: 432 Seiten
Preis: 17,00€

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Elternratgeber für Große

Harmlos oder brandgefährlich?

Zu Beginn meines Berufslebens habe mit Suchtkranken gearbeitet, aber seitdem sind schon viele Jahre vergangen und ich habe nach einem Buch gesucht,  mit dem ich mein Wissen auffrischen und auf den neuesten Stand bringen kann.  Besonders interessierte mich der Suchtmittelmissbrauch und deren Folgen bei Jugendlichen. 

Bei meiner Recherche habe ich dieses schöne Buch entdeckt. Vielen Dank an Netgalley und den Klett–Cotta Verlag für das elektronische Leseexemplar, das mir im Gegenzug für eine ehrliche Meinung zur Verfügung gestellt wurde.

{Rezension}Dieses kompakte Buch hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Der Autor Florian Bredt hat mit seinem Buch einen praktisch orientierten Ragtgeber verfasst, in dem alle gängigen Suchtmittel von den verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Er war selbst als Stationstherapeut aus einer Suchtstation tätig und konnte daher nicht nur theoretisches Fachwissen, sondern auch seine praktische Erfahrungen in dieses Buch einbringen, das hat mir besonders gut gefallen. Dabei hat er die einzelnen Themen auch für Fachfremde absolut verständlich erklärt.

Das Buch und die einzelnen Kapitel sind sehr übersichtlich aufgebaut. Jedes Kapitel enthält vorab eine kurze Zusammenfassung dessen, worüber der Autor informieren möchte. So kann man sich schnell einen ersten Überblick verschaffen, wenn man etwas nachlesen möchte. Der Leser bekommt am Anfang ein allgemeines Verständnis und lernt die wichtigsten Modelle über die Entstehung von Sucht kennen. Im Anschluss werden die verschiedenen Drogen und ihre Wirkungen dargestellt. Dabei erfährt man auch interessante Details über die kurzfristigen (positiven) Effekte und langfristigen negativen Folgen des Konsums bei Heranwachsenden.

Dabei wird deutlich, dass die Konsequenzen sehr viel gravierender sein können, als man denkt. Insbesondere die Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns hat mich sehr beeindruckt. Dies unterlegt er eindrucksvoll mit einer Metapher aus (Schneider 2010):

„Drogen wirken sich bei regelmäßiger Zufuhr auf das Gehirn so drastisch aus wie eine Besetzungsmacht auf ein fremdes Land: sie setzen die Regierung ab, nehmen die zentralen Funktionen des Landes in die Hand und machen diemBevölkerung von ihrer Anwesenheit abhängig.“

Das häufigste Suchtmittel bei Jugendlichen ist Cannabis. Auch hier wird deutlich, wie sehr die Jugendlichen mit der Beschaffung, Konsum und allem was damit zusammenhängt beschäftigt sind und welche Folgen dies z.B. auf das Lernen und ihre schulische Entwickung hat.

Eine Tatsache, die auch oft unterschätzt wird und die ich für ausgesprochen wichtig halte, sind die begleitenden psychischen Erkrankungen. Der Autor selbst hat während seiner praktischen Tätigkeit feststellen müssen, dass „eigentlich jeder Jugendliche eine begleitende psychische Erkrankung hatte,“ wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Auch der Weg aus der Sucht, verschiedene Anlaufstellen und Hilfsangebote werden in diesem Ratgeber erläutert. Es gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit betroffenen Jugendlichen. Dabei geht es nicht um das typische „Verteufeln“ von Drogen, sondern der Autor zeigt wie man gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufbauen kann und so eine erfolgsversprechende Möglichkeit findet, sein Kind auf dem Weg aus der Sucht zu begleiten. Hierzu stellt er sogar verschiedene Arbeitsblätter zur Verfügung, eine Notfallkarte und weitere Quellen, bei denen man sich Informationen und Hilfe holen kann.

Fazit:

Dies ist ein tolles Buch über ein sehr wichtiges Thema, das ich allen Eltern nur empfehlen kann. Dabei schließe ich auch denjenigen ein, deren Kinder keine Drogen konsumieren, denn es ist äußerst wichtig gut informiert zu sein. So hat man eine solide, fachliche Grundlage, die sicher auch dabei hilft, den Konsum rechtzeitig zu bemerken und „richtig“ zu reagieren.

Unbedingt erwähnen möchte ich auch, dass der Autor in diesem Werk die Möglichkeit bietet, ihn zu kontaktieren. Herzlichen Dank dafür und für diesen aufschlussreichen und hilfreichen Ratgeber.

Ich gebe diesem Buch

5 Sterne

Buchdetails:
Autor: Florian Bredtm
Herausgeber:Klett-Cotta
Seitenzahl: 160 Seiten
Preis: 18,00

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Sachbuch

Wenn Haie leuchten

{Rezension}Bereits der Titel und die Kurzbeschreibung des Buches haben mich total neugierig gemacht. Das Cover finde ich richtig gelungen und es verspricht eine geheimnisvolle Reise in eine unbekannte Welt.

Die Autorin Julia Schnetzer ist Meeresbiologin und hat dieses Buch verfasst, um einer großen Leserschaft die geheimnisvolle Welt der Meere näherzubringen und so auch Laien an ihrem Wissen teilhaben zu lassen. Dies ist ihr absolut gelungen.

Zu Beginn gibt sie Einblicke in die Arbeit einer Meeresbiologin und geht dann zu wissenschaftlichen Prozessen über. Dabei verzichtet sie auf allzuviel Fachgeplänkel und beschreibt die Erkenntnisse aus der Meeresforschung so, dass man kein Experte auf dem Gebiet sein muss, um sie zu verstehen.

So bekommt jeder die Chance, sich mit wichtigen Themen über unser Ökosystem auseinanderzusetzen und wird begreifen, wie wichtig es ist dieses zu schützen.

Dieses Buch ist vollgepackt mit Wissen und es ist dennoch kein trockenes Sachbuch. Julia Schnetzer schreibt spannend und verständlich und sorgte bei mir für viele neue Erkenntnisse. Obwohl mir das Problem des Plastikmülls nicht fremd ist, haben mich die detailreichen Beschreibungen der Autorin betroffen gemacht und zum Nachdenken gebracht. So beschreibt sie z.B. wie „Victor Vescovo, als er im April 2019 mit 10928 Metern einen Tieftauchrekord im Marianengraben aufstellte, von einer Plastiktüte begrüßt wurde.“

Die einzelnen Themen werden immer wieder durch schöne, verständliche Illustrationen aufgelockert.

Haie die leuchten, Quallen, die unsterblich sind und Delfine, die „vorsichtig an giftigen Kugelfischen nagen und dann den vor Angst aufgeblähten Fisch wie einen Joint an ihre Kollegen weiterreichen,“ in diesem Buch gibt es so viel Interessantes zu entdecken.

Wer sich für das Thema interessiert wird von diesem Buch nicht enttäuscht.

Das Buch war spannend, lehrreich und hat mich immer wieder überrascht.

Und das Beste: Der Kauf dieses Buchs unterstützt die Organisation MovingSushi, die Korallenriffe vor der Westküste des afrikanischen Kontinents erforscht und versucht, mithilfe der Fluoreszenz der Tiere Haibeifang in der Fischerei zu minimieren.

Ich gebe diesem außergewöhnlichen Buch

5 Sterne

Autorin: Julia Schnetzer
Herausgeber: Hanser Literatur
Seitenzahl:240
Preis: 18,00

Vielen Dank für dieses tolle Rezensionsexemplar an Vorablesen.de

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Krimis

Miss Merkel

Mord in der Uckermark

{Rezension}Auf Miss Merkel hatte ich mich schon gefreut bevor das Buch zu haben war. Zu groß war die Neugierde, wie Angela Merkel ihren wohl verdienten Ruhestand in der Uckermark verbringt. Die Idee, dass ihr das ungewohnte Nichtstun schwerfällt und sie in einem Mordfall ermitteln zu lassen, fand ich genial.

Die Rahmenhandlung rund um den Mord an Schlossherrn Philip von Baugenwitz ist gut durchdacht und durchgehend spannend. Bis zum Schluss tappte ich im Dunkeln, denn Miss Merkel trifft bei ihren Ermittlungen immer wieder auf neue Indizien.

In die Handlung lässt David Safier immer wieder Erlebnisse aus ihrer aktiven Zeit als Kanzlerin einfließen. Seien es Begegnungen mit diversen Politikern oder mit Oliver Kahn, bei ihrem Besuch in der Umkleidekabine der Fußball-Nationalmannschaft, *wo er ihr, nur mit einem knappen Handtuch bekleidet, gegenüberstand: „Weitermachen, immer weitermachen!“*

Hiermit lockerte er die Geschichte regelmäßig gekonnt auf und ich musste oft Schmunzeln oder herzhaft lachen. Auch Merkels Mops ‚Putin‘ passt perfekt ins Bild und bringt Freude.

David Safier hat es geschafft, dass ich mich von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten fühlte.
Er hat Angela Merkel liebenswert und humorvoll dargestellt. Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich ihm innerlich zustimmte, weil ich mir die private Angela Merkel genau so vorstelle: Diplomatisch, freundlich und mit einer guten Prise trockenem Humor. Ob sie eine richtig gute Freundin hat, darüber habe ich mir vor diesem Buch nie Gedanken gemacht, aber ich finde den Gedanken schön, dass sie im Ruhestand auf der Suche nach einer Freundin ist.

Auch ihr Mann Joachim Sauer, (Achim oder liebevoll Puffel genannt), wird mit seinen besonderen Charakterzügen charmant dargestellt und nicht ins Lächerliche gezogen.

Natürlich hat Frau Merkel auch nach ihrer politischen Karriere die berühmte Raute nicht abgelegt und ist auch sonst ihrem Stil treu geblieben.
Obwohl ich normalerweise kein Fan von Unterhaltungskrimis bin und lieber die richtig spannenden Bücher in Richtung Thriller mag, hat mich David Safier mit seinem Buch überzeugt.

„Miss Merkel – Mord in der Uckermark“ ist lustig, spannend und in dieser sehr anstrengenden Zeit eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch. Für mich jedenfalls kam dieses Buch zur richtigen Zeit und hat mir angenehme Lesestunden bereitet.

Autor: David Safier
Herausgeber: Kindler/Rowohlt
Seitenzahl: 320 Seiten
Preis: 16,00€ / Kindle 9,99

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für Große Thriller

Totennektar

{Rezension}Auf „Totennektar“ von Drea Summer war ich wirklich sehr gespannt, da mich das schaurige Cover des Buches sofort ansprach. Auch der Titel weckte Spekulationen darauf, worum es sich bei Totennektar wohl handeln mag. Ich kann schon mal sagen, ich lag völlig daneben und wurde mit einer unerwarteten und grausigen Auflösung überrascht.

In diesem spannenden Thriller begibt man sich in die englische Provinz. Eine blutverschmierte nackte Frau, ein Brandzeichen, traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit und ein historischer Hintergrund, diese Story lässt nichts aus und die Ereignisse überschlagen sich von Anfang bis Ende. Man ist direkt zu Beginn mitten im Geschehen und verwickelt sich selbst immer weiter in Vermutungen und Spekulationen, die schon bald durch neue Ereignisse wieder verworfen werden. Auch verwendet Drea Summer häufig Perspektiv– und Zeitwechsel. Ich mag dies eigentlich nicht so gerne, da es mich leicht aus dem Lesefluss bringt, die Autorin bringt diese aber sehr passend in das Geschehen ein, so dass es mich überhaupt nicht störte. Im Gegenteil, sie erreicht dadurch einen schönen Spannungsbogen und man möchte von Anfang an wissen, wie es weitergeht.

Zwischendurch kommt auch der Täter zu Wort, was ich persönlich sehr mag. Davon hätte ich mir aber eindeutig mehr gewünscht, denn es ist spannend in dessen Psyche einzutauchen und sorgt für zusätzlichen Gruselfaktor.

Zu dem Ermittlerduo fand ich persönlich leider keinen wirklichen Zugang. Das ist sehr schade, denn genau diese Nähe ist für mich sehr wichtig, damit ein Krimi oder Thriller zu einer Lieblingsreihe wird. Von Chefinspektor Oliver Johnson hatte ich bis zum Schluss kein wirklich greifbares Bild vor Augen. Obwohl er durchaus seine Eigenarten hat, fehlte mir eine spannende Charaktereigenschaft die ihn zu einem interessanten Typ macht, der im Gedächtnis bleibt.

Der kurze, rasante Thriller hat mir trotzdem insgesamt gut gefallen und bekommt daher

4 Sterne

Buchdetails:
Autor: Drea Summer
Herausgeber:Empire Verlag
Seitenzahl: 276 Seiten
Preis: 11,99€

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für Große Roman

Treue

{Rezension}Marco Missiroli widmet sich dem Thema Treue auf eine leise und vielfältige Weise, verpackt in eine interessante Geschichte rund um die Ehe eines italienischen Paares, das eigentlich glücklich ist. Doch Misstrauen und Zweifel schleichen sich in die Ehe des Dozenten für Literatur und der selbständigen Immobilienmaklerin. Dabei beleuchtet der Autor die verschiedenen Sichtweisen über das, was Treue ausmacht. Was bedeutet Treue in der Ehe, was bedeutet sie gegenüber sich selbst und ist Betrug zwingend ein Treuebruch? Was, wenn der Betrug notwendig ist, um sich selbst treu zu bleiben? Oder führt er vielleicht auch dazu, dass man seinem Partner wieder treu sein kann?

Ich möchte nicht zu sehr auf die komplexen Handlungen eingehen, denn vielmehr ist es die Gefühlsebene, die den Leser dieses Romans anspricht. Man erhält intime Einblicke in die Gedanken und die Gefühlswelt der Protagonisten, in ihre geheimen Phantasien. Ob sie diesen wirklich nur nachträumen oder nachgeben bleibt lange ein Geheimnis. Fest steht, dass man sich beim Lesen irgendwann selbst die Frage stellt, wie man Treue definiert und mit den eigenen Sehnsüchten umgeht.

Mit „Treue“ ist Missiroli ein philosophischer Roman gelungen, der auf vielen Ebenen zum Nachdenken anregt. Durch die abrupten Wechsel der Erzählperspektive musste ich sehr konzentriert lesen, da auch andere Personen mit ihrer Biographie und ihren Erlebnissen plötzlich auftauchen. Ich persönlich mag das nicht so gerne, da ich aus dem Lesefluss komme. Allerdings passt dieser Stil sehr gut zu diesem Roman und gibt ihm dadurch ein Stück seiner Einzigartigkeit. Daher möchte ich dies nicht negativ werten.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert, ich empfand es als spannend, mehr über die psychologischen Aspekte und Biographien der Handelnden zu erfahren.

Für mich war es ein wirklich schönes Buch, tiefgründig, psychologisch und herausfordernd. Die Handlung hat mich berührt und zum Nachdenken gebracht und vermutlich hat der Autor genau das mit seinem Roman erreichen wollen.

Besonderheiten: Mit »Treue« gewann Missiroli 2019 den Premio Strega Giovani und stand auf der Shortlist des Premio Strega. »Treue« erscheint in über 30 Ländern, eine auf dem Roman basierende Netflix-Serie startet 2021.

Für mich ein Roman der alle Sterne verdient hat.

5 Sterne

Herzlichen Dank an den Wagenbach-Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar.

Buchdetails:
Autor: Marco Missiroli
Herausgeber:Wagenbach
Seitenzahl: 256 Seiten
Preis: 23,00€

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für Große Krimis

Totentanz im Pulverschnee

{Rezension}

Darum geht es:

Arno Bussi, Inspektor beim österreichischen Bundeskriminalamt, begleitet seine Mutter nach Tirol, genauer gesagt nach Maria Schnee. Nicht ganz freiwillig, aber wie sollte er seiner doch sehr einnehmenden Mutter diesen Wunsch abschlagen? Immerhin hat sie schon Karten für das Eisfestival, die Suite im Luxushotel ist gebucht und die Mama wurde von ihrem Freund versetzt. Ein paar Tage Urlaub können auch Arno nicht schaden und die Möglichkeit, sich auf seinen geplanten Triathlon vorzubereiten, wird er in Maria Schmee wohl auch bekommen. So die Theorie.
Doch manchmal kommt es dann doch anders als man denkt. Kaum angekommen, beobachtet seine Mama einen Streit zwischen der schönen Rezeptionistin Rosa und einem Unbekannten und vermutet eine Entführung. Wie die Mama so ist, bedrängt sie den Arno so lange, bis dieser auf eigene Faust die Ermittlungen aufnimmt. Rosa scheint tatsächlich verschwunden zu sein, taucht dann aber als Eisprinzessin auf dem Festival wieder auf. Doch am nächsten Morgen wird eine Frauenleiche gefunden, bei der es sich dem ersten Anschein nach um Rosa handelt.

Nun schaltet sich auch Majorin Katz vom LKA ein, die nebenbei in Arno Bussi ein paar Schmetterlinge zum Leben erweckt. Als ein Schneesturm Maria Schnee heimsucht und teilweise von der Außenwelt abschneidet, kommt eins zum anderen. Seltsame Verwicklungen, Geheimnisse und unerwartet Geschehnisse machen die Ermittlungen nicht einfacher. Die Geschehnisse nehmen eine unerwartete Wende. Ob es Arno Bussi gelingt, den wahren Täter zu fassen?

Meine Meinung:

Totentanz im Pulverschnee ist der dritte Band einer Krimi-Reihe um den Ermittler Arno Bussi. Für mich war es allerdings die erste Begegnung mit dem sympathischen Kommissar, da ich die ersten beiden Bücher nicht kenne. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl hinterherzuhinken. Ich war sehr schnell in die Geschichte eingetaucht. Die sehr speziellen Charaktere sind detailreich beschrieben und Dank der tollen Ortsbeschreibungen befand ich mich gedanklich gleich mitten in Maria Schnee.

Mit dem Schreibstil hatte ich allerdings von Anfang an meine Schwierigkeiten. Zunächst dachte ich, dass das Schreiben in der dritten Person nur als Einstimmung in die Geschichte genutzt wird. Dies zieht sich aber durch das ganze Buch. Das durchgehende Setzen von Artikeln vor die Namen {„ die Mama, der Arno, der Bub“ } empfand ich als sehr störend und teilweise nervig. Dadurch –und in Kombinatiom mit seiner übergriffigen Mutter, wirkte der Kommissar Arno Bussi auf mich wie der Deppat aus der Provinz. Dabei lebt er mittlerweile in Wien und ist, wie ich finde, ein ausgesprochen sympathischer Kerl.

Ich konnte mich mit diesem Schreibstil nicht anfreunden. Die Beschreibungen der vermeintlichen Idylle von Maria Schnee und der Bewohner ließen mich des Öfteren aufstöhnen. Vor meinem inneren Auge war immerzu das Klischee der Provinz , in der ein paar Hinterweltler eine vermeintliche Idylle aufrecht erhalten wollen. Nichts sehen – Nichts hören– Nichts sagen.

Auf den ersten hundert Seiten plätscherte die Geschichte so vor sich hin, ohne dass ich einen Spannungsbogen erahnen konnte. Der durchgehende Humor brachte mich häufiger zum Schmunzeln aber nicht wirklich zum Lachen. Ab dem Zeitpunkt, als Majorin Katz in der Geschichte auftauchte, nahm der Krimi etwas an Fahrt auf. Mit ihrer resolutem Art und der Berliner Schnauze belebte sie die Handlung und erntete sofort meine Sympathien. Endlich ein normaler Mensch. Und auch der Humor traf ab der zweiten Hälfte des Buches eher meinen Geschmack und brachte mich das eine oder andere mal zum Lachen.
Endlich baute sich etwas von der ersehnten Spannung auf, diese hielt sich nach meinem Empfinden insgesamt aber eher in Grenzen.

Der Schluss des Buches zieht sich dann wieder etwas in die Länge, brachte jedoch einige unvorhersehbare Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Auch die Auflösung fand ich überraschend und klasse durchdacht.


Mein Fazit:

Das 320 Seiten lange Buch hatte ich relativ schnell und leicht durchgelesen. Das tolle Cover und der spannende Titel weckten in mir Erwartungen an einen spannenden Krimi, die leider nicht erfüllt wurden. Die Erzählung in der dritten Person empfand ich als störend. Ich ordne das Buch eher in die Rubrik amüsante Vorabendserie als den spannenden Krimi zur Prime time ein. Obwohl ich Arno Bussi äußerst sympathisch fand und das Buch einiges an Wortwitz zu bieten hatte, werde ich leider kein neuer Fan dieser Krimireihe.

Das Buch mit dem tollen Cover bekommt von mir leider nur

3 Sterne

Autor: Jörg Fischler
Herausgeber: KiWi
Seitenzahl: 320

Vielen Dank an Joe Fischler, den KiWi Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

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