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Kinderschutz Worum geht's?

Kinderschutz

Präventionsbücher für Kinder und Eltern

Hier geht es um das wichtigste Thema überhaupt, Prävention und Kinderschutz! Ich stelle euch wertvolle Kinderbücher zu diesem Thema vor, die Selbstvertrauen stärken und sensibilisieren. Geschichten vom Neinsagen und Selbstbestimmen, Mutmachmärchen und Ratgeber für Eltern. Auf meinem Instagram Account habe ich bereits einige Posts zum Thema veröffentlicht, die ausführlichen Rezensionen werde ich in den nächsten Tagen auch hier einstellen, denn das Thema soll auf jeden Fall präsent bleiben und im Anschluss hier zusammenfassend einen Platz finden.

Wie kommt es, dass ich mich dem Thema so intensiv widme?

In erster Linie bin ich natürlich selbst Mama eines kleinen Mädchens und somit ist das Thema zwangsläufig aus meinem Alltag nicht wegzudenken. Außerdem hatte ich beruflich mit Tätern als auch mit Opfern zu tun, aus diesem Grund schaue vielleicht auch noch etwas genauer hin und versuche alles, mein Kind frühzeitig und bestmöglich aufzuklären. Deshalb war es mir auch schon sehr früh wichtig, dass meine Tochter nein sagen darf und dies auch früh lernt. Und zwar laut und in aller Deutlichkeit! Und dabei ist es mir völlig egal, ob man sie als unhöflich erachtet oder enttäuscht ist, dass das Kind kein Küsschen gibt. Ich selbst hatte als Kind leider nicht das Selbstbewusstsein und auch nicht die Unterstützung meine eigene Meinung in aller Deutlichkeit kundtun zu dürfen. Und so ist es mir auch als Erwachsene lange Zeit schwer gefallen. Richtig bewusst wurden mir die  manipulativen Taktiken der Täter, als ich eine hervorragende Infoveranstaltung zum Thema Missbrauch besuchen durfte. Von da an war mir klar, dass Prävention koninuierlich stattfinden muss.

Seit ich denken kann helfen mir wertvolle Kinderbücher, das Thema mit meiner Tochter zu besprechen. Das erste Buch zu diesem Thema war *Jakob ruft Stopp!* Danach folgten weitere Bücher zum Thema, übrigens auch solche, die davor warnen, nicht mit Fremden mitzugehen. Und ich spreche von guten Büchern, Büchern die keine Angst machen sondern Mut. Bücher, die ich immer wieder vorlesen würde.   um so mehr ärgerte ich mich über einen Artikel, den ich bei taz online entdeckte.

Kinderbücher die vor Fremden warnen. Schmeißt diese Bücher weg!

Hier könnt ihr den vollständigen Artikel lesen: Zum Artikel

Da war meine Neugier natürlich geweckt, also las ich weiter. Den Inhalt kann man in etwa folgendermaßen zusammenfassen:
„Die Botschaft, nicht mit Fremden mitzugehen, sei fatal. Es gäbe zu viele schlechte Kinderbücher, die alle dieselbe Botschaft beinhalten, – dass das Kind auf sich selbst aufpassen muss!“ 
Ich frage mich, muss es nicht frühzeitig lernen, auf sich selbst aufzupassen? Ist es nur sicher, wenn ich das selber tue? Bald war klar, worum es der Autorin ging:

Kinder würden sich durch die „Auf-sich Aufpassen-Regel“ mitschuldig fühlen, falls etwas passiert. Hier würde mit Ängsten gearbeitet und die Gesellschaft leide, wenn wir Kindern beibringen, von Fremden grundsätzlich Schlechtes zu erwarten. Man würde sie so zu potenziellen Opfern machen.

JA – die meisten Übergriffe geschehen im Vertrauten!
JA – es ist immer und immer! NUR! der Täter verantwortlich!

Aber es liegt doch an uns, unseren Kindern genau das zu verdeutlichen. Ich habe nicht vor mich zurückzulehnen und diese Bücher vorzulesen, als seien es Gute-Nacht-Geschichten. Diese Bücher wollen, dass man miteinander redet, informiert, sensibilisiert. Kinder stark macht. Sie haben nicht das Ziel, Angst zu machen. Bestimmt gibt es gute Bücher und weniger gute, aber letztendlich sind sie nur ein kleiner Teil von Präventionsarbeit und nicht alleiniges Mittel.

Das Fass zum Überlaufen brachte bei mir dann die folgende Aussage: Zitat: *„Geh nicht mit Fremden mit“ ist der kleine Bruder von „Zieh keinen so kurzen Rock an.“ Es sind Handlungsratschläge an potenzielle Opfer. Sie stellen einen Zusammenhang her zwischen ihrem Verhalten und der Wahrscheinlichkeit, dass ihnen Gewalt geschieht.*

Diese Aussage macht mich wirklich wütend. Ich frage mich, ob die Verfasserin selbst Mutter ist und wirklich meint, was sie da schreibt.

Mich macht das alles einfach nur sprachlos. Wie schon oben erwähnt, ich lernte leider schon viele Opfer kennen, aber auch Täter. Und ich habe sehr viel Leid gesehen. Missbrauchsopfer, die für ihr Leben gezeichnet sind. Die sich strangulieren, ritzen und verachten, noch bevor ihr Leben richtig begonnen hat.

Ich werfe diese Bücher nicht weg!

Ich werde sie weiter nutzen, vorlesen, empfehlen. Ich werde sie dort wo es sinnvoll erscheint, alle zusammen auf einen Büchertisch stellen, so dass sie möglichst viele Eltern erreichen. Und mir ist es egal, was es für diese Gesellschaft bedeutet! Die Welt ist so wie sie ist und das Thema Missbrauch tagtäglich aktuell. Wir leben nicht in eingepackt in eine rosa Wattewolke. Und ja, es ist meistens nicht der böse Fremde, sondern Verwandte, Bekannte, Trainer, Freunde und manchmal sogar Kinder, die Kindern sexuelle Gewalt antun. Eine meiner Botschaften lautet:

Vertrau deinem Gefühl! Hast du ein gutes oder ein komisches Gefühl? Dabei spielt es keine Rolle, ob es Fremde oder Bekannte sind.

Wie steht ihr dazu?
Redet ihr mit euren Kindern über Missbrauch? Nutzt ihr Bücher zum Thema oder liegen sie schon im Müll?

{Beitrag enthält unbezahlte Werbung}

Von strohpiraten

Mädchenmama❤️Kinderbuchliebe❤️Thriller-Fan

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